„Wenn wir ein Tor machen, ist alles möglich, dann brennt die Hütte“, sagte der 21-jährige Mainz-Leihstürmer Nelson Weiper, nachdem er sein Team am Samstag in der Liga in Hartberg als „Joker“ per Doppelpack zum 2:0-Erfolg geschossen hatte. Flügelflitzer Jacob Peter Hödl ergänzte: „Mit unseren Fans im Rücken ist alles möglich. Wir werden alles reinhauen, um das Unmögliche möglich zu machen. Es liegt an uns, das Feuer zu entfachen.“
Trainer Fabio Ingolitsch kündigte an, ein „kalkulierteres und höheres Risiko“ einzu gehen als im Hinspiel. „Wir wollen ihnen ein Bein stellen, mutig auftreten und frech sein. Es geht primär darum, wer das erste Tor macht. Das verändert alles“, sagte der Sturm-Coach. „Wenn wir es schaffen, unseren Kasten sauber zu halten, und ein Tor machen, egal ob in der Anfangs- oder Endphase des Spiels, dann wird Liebenau wirklich brennen. Dann wird es sehr unangenehm für den Gegner, und das ist unser großes Ziel.“ Allerdings benötige es auch eine Balance, um nicht ins Verderben zu laufen.
Sturm Graz braucht Sensation gegen Fenerbahce
Sturm Graz empfängt Dienstagabend in der Champions-League-Qualifikation den türkischen Topclub Fenerbahce. Nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel brauchen die Grazer vor heimischem Publikum eine Sensation.
Türken klar im Vorteil
Vor ausverkauftem Haus soll wie beim 4:0-Heimsieg gegen Heart of Midlothian in der zweiten CL-Qualifikationsrunde ein gelungener Europacup-Abend gefeiert werden, die Fraktion des türkischen Vizemeisters wird allerdings auch zahlreich und lautstark zugegen sein. Für Fenerbahce spricht nicht nur die individuelle Qualität dank der finanziellen Möglichkeiten – im Sommer wurden mehr als 80 Mio. Euro in den Kader investiert –, sondern auch die Statistik. In neun Duellen gegen österreichische Vereine gingen die Türken noch nie als Verlierer vom Platz.
„Die Wahrscheinlichkeiten sind ganz stark auf der Seite von Fenerbahce. Wir haben kleine Chancen, aber solange wir diese haben, wollen wir die natürlich ergreifen“, sagte Ingolitsch. Die von Torjäger Talisca angeführte Mannschaft des neuen Trainers Ismail Kartal hat große Ambitionen, erstmals seit 2008/09 soll wieder das CL-Ticket gelöst werden. Im Play-off würden Sparta Prag oder Olympique Lyon (Hinspiel 2:1) als letzte Hürde warten. Sollte dieses Duell dann verloren werden, gibt es von der UEFA trotzdem Prämien in Höhe von 4,3 Millionen Euro.
Mammutprogramm für Sturm
Während die Grazer vergangenes Wochenende im Ligaeinsatz waren, startet die Saison in der Süper Lig erst am Wochenende. Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch monierte das dichte Programm mit vielen Begegnungen innerhalb kurzer Zeit. „Man muss schon hinterfragen, ob das richtig ist, wie sich unsere Liga da aufstellt. In dieser entscheidenden Phase haben wir ein Mammutprogramm.“

Das solle aber kein Jammern sein, betonte Ingolitsch. „Wir freuen uns darauf und wollen das auch haben. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob Fenerbahce in den letzten sieben Tagen zwei Spiele spielt und wir vier.“ Die Grazer kommen derzeit auf vier Matches innerhalb von elf Tagen, besonders beim Trainingsvolumen vor den Begegnungen gibt es Unterschiede.
„Wir bereiten uns seit Wochen auf jeden Gegner mit nur einem Training vor. Fenerbahce hatte vor dem Hinspiel sechs Trainingstage, jetzt haben sie fünf und wir einen“, beklagte Ingolitsch. Es gehe im Moment nicht um die gegnerspezifische Vorbereitung, „sondern nur darum, zu schauen, wie ich meinen Körper so schnell wie möglich wieder in den Griff bekomme“. Das muss weiterhin auch Otar Kiteischwili, der Mittelfeldregisseur laboriert seit dem Saisonstart an Wadenproblemen. Wann der Georgier zurückkehrt, ist offen.




